Vertretung & Geschäftsführung einer GmbH

Die Vertetung einer GmbH ist die von den Gesellschaftern bestellte Geschäftsführung mit all ihren Befugnissen und Pflichten, die im Gesellschaftsvertrag geregelt sind. Sie hat die Pflicht, die Gesellschaft in ihrem Interesse zu führen und für eine ordnungsgemäße Geschäftsführung zu sorgen. Dabei hat sie alle gesetzlichen Vorgaben und die im Gesellschaftsvertrag festgelegten Bestimmungen zu beachten. Die Geschäftsführung ist befugt, alle Maßnahmen zu ergreifen, die zur Erreichung des Unternehmenszwecks notwendig sind, sofern diese im Rahmen des Gesetzes und des Gesellschaftsvertrags liegen.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind die Rechte der Geschäftsführung einer GmbH?
  2. Welche Pflichten hat die Geschäftsführung einer GmbH?
  3. Kann die Geschäftsführung einer GmbH haftbar gemacht werden?
  4. Welche Anforderungen muss ein Geschäftsführer einer GmbH erfüllen?
  5. Wer darf nicht als Geschäftsführer einer GmbH bestellt werden?

1. Was sind die Rechte der Geschäftsführung einer GmbH?

Die Geschäftsführung einer GmbH hat in der Regel umfassende Befugnisse, um das Unternehmen zu führen und zu vertreten. Die konkreten Rechte der Geschäftsführung ergeben sich aus dem Gesetz und dem Gesellschaftsvertrag der GmbH.

Zu den wichtigsten Rechten der Geschäftsführung gehören:

  • Vertretungsbefugnis: Die Geschäftsführung ist berechtigt, die GmbH nach außen zu vertreten. Das bedeutet, dass sie Verträge abschließen, Kredite aufnehmen, Rechtsgeschäfte tätigen und alle sonstigen Handlungen vornehmen kann, die zur Führung des Unternehmens erforderlich sind.
  • Leitungsbefugnis: Die Geschäftsführung hat die Aufgabe, das Unternehmen zu leiten und zu organisieren. Sie bestimmt die strategische Ausrichtung des Unternehmens und trifft alle Entscheidungen, die für das Geschäft erforderlich sind.
  • Personalbeteiligung: Die Geschäftsführung ist berechtigt, Mitarbeiter einzustellen und zu entlassen und Arbeitsverträge abzuschließen.

Es ist jedoch zu beachten, dass die Geschäftsführung einer GmbH in ihrer Tätigkeit auch durch das Gesetz und den Gesellschaftsvertrag begrenzt ist. Insbesondere müssen die Geschäftsführer die Interessen der Gesellschaft und der Gesellschafter wahren und dürfen keine rechtswidrigen Handlungen vornehmen.

 

2. Welche Pflichten hat die Geschäftsführung einer GmbH?

Die Geschäftsführung einer GmbH hat eine Vielzahl von Pflichten, um das Unternehmen verantwortungsvoll zu führen. Die wichtigsten Pflichten der Geschäftsführung sind:

  • Sorgfaltspflicht: Die Geschäftsführung hat eine Sorgfaltspflicht gegenüber der Gesellschaft und ihren Gesellschaftern. Sie muss alle Entscheidungen im besten Interesse der Gesellschaft treffen und darf dabei nicht ihre eigenen Interessen verfolgen.
  • Buchführungspflicht: Die Geschäftsführung ist verpflichtet, eine ordnungsgemäße Buchführung zu führen und einen Jahresabschluss aufzustellen. Die Buchführung muss den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und alle Geschäftsvorfälle korrekt und zeitnah dokumentieren.
  • Verantwortung für Mitarbeiter: Die Geschäftsführung ist für die Mitarbeiter der Gesellschaft verantwortlich und muss alle rechtlichen und sozialen Verpflichtungen einhalten. Dazu gehört auch die Einhaltung der Arbeitsgesetze und die Sicherstellung eines angemessenen Arbeitsumfelds.
  • Einhaltung der Gesetze: Die Geschäftsführung muss sicherstellen, dass die Gesellschaft alle gesetzlichen Bestimmungen einhält, einschließlich Steuer- und Sozialversicherungsgesetze.
  • Informationspflicht: Die Geschäftsführung ist verpflichtet, die Gesellschafter regelmäßig über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu informieren und sie über wichtige Entwicklungen im Unternehmen auf dem Laufenden zu halten.

Diese Pflichten der Geschäftsführung einer GmbH sind im Gesetz und im Gesellschaftsvertrag festgelegt und müssen immer eingehalten werden.

 

3. Kann die Geschäftsführung einer GmbH haftbar gemacht werden?

Ja, die Geschäftsführung einer GmbH kann in bestimmten Fällen haftbar gemacht werden. Die Geschäftsführung hat eine Vielzahl von Pflichten gegenüber der Gesellschaft und den Gesellschaftern, die sie sorgfältig erfüllen muss. Wenn sie gegen diese Pflichten verstößt und dadurch Schäden entstehen, kann sie haftbar gemacht werden.

Die Haftung der Geschäftsführung einer GmbH kann auf verschiedene Arten entstehen:

  • Haftung aus Vertrag: Die Geschäftsführung kann haftbar gemacht werden, wenn sie ihre vertraglichen Pflichten gegenüber der Gesellschaft oder Dritten nicht erfüllt.
  • Haftung aus Delikt: Die Geschäftsführung kann auch haftbar gemacht werden, wenn sie gegen Gesetze oder gegen das allgemeine Recht verstößt und dadurch Schäden verursacht.
  • Haftung aus Insolvenz: Wenn eine GmbH insolvent wird, muss die Geschäftsführung unverzüglich einen Insolvenzantrag stellen. Verstößt sie gegen diese Pflicht und verursacht dadurch Schäden, kann sie haftbar gemacht werden.

Es ist jedoch zu beachten, dass die Geschäftsführung nicht automatisch haftbar gemacht werden kann. Die Haftung hängt immer von den Umständen des jeweiligen Falls ab und muss von einem Gericht oder einer anderen zuständigen Stelle entschieden werden. In der Regel müssen die Ansprüche gegen die Geschäftsführung auch nachgewiesen werden.

 

4. Welche Anforderungen muss ein Geschäftsführer einer GmbH erfüllen?

Ein Geschäftsführer einer GmbH muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören:

  • Geschäftsfähigkeit: Der Geschäftsführer muss volljährig und geschäftsfähig sein, d.h. er muss in der Lage sein, rechtswirksame Verträge abzuschließen und für die Gesellschaft zu handeln.

  • Zuverlässigkeit: Der Geschäftsführer darf nicht wegen einer Straftat verurteilt worden sein, die ihm die Führung eines Handelsgewerbes untersagt oder die als besonders schwerwiegend angesehen wird. Auch darf er nicht wegen einer Insolvenzstraftat verurteilt worden sein, die ihn als unzuverlässig im Sinne des Handelsgesetzbuchs (HGB) erscheinen lässt.

  • Fachliche Eignung: Der Geschäftsführer muss über ausreichende fachliche Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, um die Aufgaben eines Geschäftsführers wahrnehmen zu können. Dies bedeutet in der Regel, dass er über eine entsprechende Berufsausbildung oder einen Hochschulabschluss im Bereich der Betriebswirtschaftslehre oder des Handelsrechts verfügen sollte.

  • Vertretungsbefugnis: Der Geschäftsführer muss durch den Gesellschaftsvertrag oder einen Beschluss der Gesellschafterversammlung zur Vertretung der Gesellschaft befugt sein.

  • Keine Interessenkonflikte: Der Geschäftsführer darf keine Interessenkonflikte haben, die seine Fähigkeit beeinträchtigen, im besten Interesse der Gesellschaft zu handeln. Er darf z.B. nicht gleichzeitig Geschäftsführer einer konkurrierenden Gesellschaft sein.

Es ist zu beachten, dass die genauen Voraussetzungen je nach Rechtsordnung und Art der GmbH unterschiedlich sein können. In Deutschland ist z.B. der Geschäftsführer einer GmbH auch verpflichtet, sich in das Handelsregister eintragen zu lassen und seine Pflichten gemäß dem Handelsgesetzbuch (HGB) zu erfüllen.

 

5. Wer darf nicht als Geschäftsführer einer GmbH bestellt werden?

Es gibt einige Ausschlusskriterien für die Wahl des Geschäftsführers einer GmbH. Folgende Personen können nicht als Geschäftsführer einer GmbH bestellt werden:

  • Personen, die wegen einer Straftat verurteilt wurden, die ihnen die Führung eines Handelsgewerbes untersagt oder die als besonders schwerwiegend angesehen wird.
  • Personen, die wegen einer Insolvenzstraftat verurteilt wurden, die sie als unzuverlässig im Sinne des Handelsgesetzbuchs (HGB) erscheinen lassen.
  • Personen, gegen die ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder die eine eidesstattliche Versicherung abgegeben haben.
  • Personen, die von einer Gerichtsentscheidung oder einer Verwaltungsbehörde zur Geschäftsunfähigkeit erklärt wurden.
  • Personen, die von der Berufung zum Geschäftsführer ausgeschlossen sind, weil sie bereits in einer anderen GmbH als Geschäftsführer tätig sind.

Es ist auch zu beachten, dass die Bestellung eines Geschäftsführers von der Zustimmung des Aufsichtsrats oder der Gesellschafterversammlung abhängt. Diese können die Bestellung eines Kandidaten ablehnen, wenn sie der Ansicht sind, dass er nicht geeignet ist, die Aufgaben eines Geschäftsführers zu erfüllen. Dabei können sie sich auch auf andere Gründe als die oben genannten Ausschlusskriterien berufen.

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