Neutrale Aufwendungen sind Kosten, die weder direkt der Erzielung von Einnahmen noch der Herstellung von Produkten oder Dienstleistungen zugeordnet werden können. Sie fallen unabhängig von der Unternehmensleistung an, wie z.B. Miete, Gehälter oder Versicherungsbeiträge. Neutrale Aufwendungen haben keinen Einfluss auf das Ergebnis des Unternehmens.
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Inhaltsverzeichnis
- Was sind Neutrale Aufwendungen?
- In welche Arten können Neutrale Aufwendungen unterschieden werden?
- Was ist betriebsfremder Aufwand?
- Was ist periodenfremder Aufwand?
- Was ist außerordentlicher Aufwand?
- Weshalb können Neutrale Aufwendungen nicht in die Kosten- und Leistungsrechnung übernommen werden?
1. Was sind Neutrale Aufwendungen?
Neutrale Aufwendungen sind Aufwendungen, die weder direkt zur Erzielung von Einnahmen noch zur Herstellung von Wirtschaftsgütern dienen, sondern lediglich allgemeine betriebliche Kosten darstellen. Sie haben keinen Einfluss auf das Ergebnis des Unternehmens, da sie weder zu einer Erhöhung noch zu einer Verringerung des Gewinns führen.
Beispiele für neutrale Aufwendungen können sein:
- Miete für Büroräume oder Lagerräume, die nicht direkt zur Herstellung von Waren oder zur Erbringung von Dienstleistungen genutzt werden
- Strom- und Wasserkosten für Büros oder Räumlichkeiten, die keine direkte Auswirkung auf die Produktion oder Dienstleistungserbringung haben
- Büroausstattung wie Schreibmaterialien, Büromöbel und Telefone, die allgemein für den Geschäftsbetrieb benötigt werden, aber keinen direkten Einfluss auf die Umsätze haben.
Neutrale Aufwendungen werden in der Kostenrechnung und der Buchhaltung des Unternehmens erfasst und können in der Regel als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden.
2. In welche Arten können Neutrale Aufwendungen unterschieden werden?
Neutrale Aufwendungen können in verschiedene Arten unterteilt werden. Die wichtigsten Aufwandsarten sind hierbei folgende:
- Betriebsfremder Aufwand bezieht sich auf Aufwendungen, die außerhalb des normalen Geschäftsbetriebs anfallen und nicht direkt mit der Produktion oder Dienstleistungserbringung zusammenhängen, wie z.B. Schadensersatzforderungen oder Strafen.
- Periodenfremder Aufwand sind Aufwendungen, die in keiner bestimmten Periode anfallen, sondern über mehrere Perioden hinweg verteilt werden, wie z.B. Versicherungsbeiträge oder Jahresmieten.
- Außerordentlicher Aufwand bezieht sich auf unvorhergesehene oder außergewöhnliche Aufwendungen, die nicht zum normalen Geschäftsbetrieb gehören, wie z.B. Kosten für Reparaturen nach einem Unfall oder Naturkatastrophe.
3. Was ist betriebsfremder Aufwand?
Betriebsfremder Aufwand bezieht sich auf Aufwendungen, die außerhalb des normalen Geschäftsbetriebs anfallen und nicht direkt mit der Produktion oder Dienstleistungserbringung zusammenhängen. Sie sind untypisch für die betriebliche Tätigkeit und werden meist als Einzelereignis betrachtet. Betriebsfremder Aufwand wird oft auch als außerordentlicher Aufwand bezeichnet.
Beispiele für betriebsfremden Aufwand sind:
- Schadensersatzforderungen
- Strafen oder Bußgelder
- Entschädigungszahlungen
- Aufwendungen für eine Betriebsprüfung
- Spenden oder Sponsoring
- Rechtsanwalts- oder Gerichtskosten
- Kosten für eine Übernahme oder Veräußerung von Unternehmen
Betriebsfremder Aufwand ist in der Regel nicht regelmäßig anfallend und kann somit das Ergebnis des Unternehmens stark beeinflussen. Er wird deshalb auch oft gesondert ausgewiesen, um eine transparente Darstellung der betrieblichen Ergebnisse zu ermöglichen.
4. Was ist periodenfremder Aufwand?
Periodenfremder Aufwand ist ein Aufwand, der nicht in der Periode anfällt, in der er verbraucht oder genutzt wird, sondern über mehrere Perioden hinweg verteilt wird. Im Gegensatz dazu wird periodengerechter Aufwand in der Periode erfasst, in der er anfällt.
Ein Beispiel für periodenfremden Aufwand ist die Miete für einen langfristigen Mietvertrag, der über mehrere Jahre läuft. Nehmen wir an, ein Unternehmen mietet ein Bürogebäude für fünf Jahre. Die Miete wird in monatlichen Raten gezahlt. In der Buchhaltung wird der monatliche Mietbetrag als periodengerechter Aufwand in der jeweiligen Periode verbucht.
Allerdings kann es vorkommen, dass der Gesamtbetrag der Miete über den Zeitraum von fünf Jahren nicht gleichmäßig auf die einzelnen Perioden verteilt ist. Wenn zum Beispiel im ersten Jahr des Mietvertrags eine höhere Miete gezahlt wird als in den folgenden Jahren, würde ein Teil der Miete als periodenfremder Aufwand behandelt werden. Der periodenfremde Aufwand wird dann entsprechend auf die nachfolgenden Perioden verteilt, um eine gleichmäßige Verteilung der Kosten auf die einzelnen Perioden zu erreichen.
Periodenfremder Aufwand kann auch bei anderen Verträgen oder Zahlungen auftreten, die über mehrere Perioden hinweg geleistet werden, wie z.B. Versicherungsbeiträge oder Mietkautionen. Die genaue Behandlung von periodenfremden Aufwendungen hängt von den jeweiligen steuerrechtlichen und buchhalterischen Vorschriften ab und sollte von einem Fachmann oder einer Fachfrau geprüft werden.
5. Was ist außerordentlicher Aufwand?
Außerordentlicher Aufwand ist ein Aufwand, der aufgrund unvorhergesehener Ereignisse oder außergewöhnlicher Umstände anfällt und nicht zum normalen Geschäftsbetrieb gehört. Er ist somit nicht regelmäßig und nicht vorhersehbar. Außerordentlicher Aufwand wird oft auch als nicht-operativer Aufwand bezeichnet.
Ein Beispiel für außerordentlichen Aufwand ist ein Brand im Lager eines Unternehmens. In diesem Fall fallen Kosten für Reparatur- und Wiederherstellungsarbeiten sowie möglicherweise auch Kosten für Ersatzbeschaffungen an. Diese Kosten können nicht als periodengerechter Aufwand verbucht werden, da sie aufgrund eines unvorhergesehenen Ereignisses entstehen und nicht regelmäßig anfallen.
Ein weiteres Beispiel wäre eine größere Rechtsstreitigkeit, die hohe Anwalts- und Gerichtskosten verursacht. Auch in diesem Fall handelt es sich um einen außerordentlichen Aufwand, der nicht regelmäßig anfällt und nicht zum normalen Geschäftsbetrieb gehört.
Außerordentlicher Aufwand kann auch durch Naturkatastrophen, Betrug oder Diebstahl, eine unerwartete Insolvenz eines Kunden oder Lieferanten oder ähnliche Ereignisse verursacht werden. Die genaue Behandlung von außerordentlichem Aufwand in der Buchhaltung hängt von den jeweiligen steuerrechtlichen und buchhalterischen Vorschriften ab und sollte von einem Fachmann oder einer Fachfrau geprüft werden.
6. Weshalb können Neutrale Aufwendungen nicht in die Kosten- und Leitstungsrechnung übernommen werden?
Neutrale Aufwendungen können in der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) nicht als Kosten erfasst werden, da sie keinen Einfluss auf die Kostenerzeugung und somit auch nicht auf die Kalkulation der Preise haben. Neutrale Aufwendungen werden in der Buchhaltung als separate Kostenarten behandelt und nicht den betrieblichen Kosten zugeordnet.
Die KLR hat das Ziel, die betrieblichen Kosten zu erfassen und auf die verschiedenen Produkte oder Dienstleistungen zu verteilen. Dies ermöglicht eine Kalkulation der Kosten und somit eine gezielte Steuerung der Preisbildung. Neutrale Aufwendungen haben jedoch keinen Einfluss auf die Kosten der betrieblichen Leistungen und können deshalb nicht in die KLR übernommen werden.
Stattdessen werden neutrale Aufwendungen in der Buchhaltung separat ausgewiesen und in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) gesondert behandelt. Sie werden nicht als Kosten, sondern als außerordentliche oder besondere Aufwendungen ausgewiesen und mindern somit den Gewinn des Unternehmens.








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