Lieferantenbewertung

Die Bewertung von Lieferanten ist ein Prozess, bei dem Lieferanten anhand bestimmter Kriterien und Leistungsindikatoren bewertet werden, um deren Fähigkeiten, Zuverlässigkeit und Qualität der gelieferten Produkte oder Dienstleistungen zu beurteilen. Ziel ist es, die Auswahl der geeignetsten Lieferanten zu erleichtern, Kosten zu kontrollieren und die Lieferkette effizient zu gestalten, um die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Die Ergebnisse der Bewertung dienen als Grundlage für die Entscheidungsfindung und die Zusammenarbeit mit den Lieferanten.

Lernen

Video-Overlay_Caesar-plus-fittet

Du bist bereits Mitglied bei uns? Dann logge dich hier mit deinem Caesar+ Account ein.

Wiederholen

Slides-Overlay_Caesar-plus-fittet

mögliche Prüfungsfragen

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Lieferantenbewertung?
  2. Welches Instrument kann zum Vergleich der Lieferantenqualität genutzt werden?
  3. Wie wird eine Nutzwertanalyse durchgeführt?
  4. Was ist bei der Bewertung von Lieferanten zu beachten?

1. Was ist eine Lieferantenbewertung?

Eine Lieferantenbewertung ist ein Prozess, bei dem die Leistung und die Fähigkeiten von Lieferanten oder Geschäftspartnern bewertet werden. Sie dient dazu, die Qualität der Produkte oder Dienstleistungen eines Lieferanten zu beurteilen und sicherzustellen, dass er den Anforderungen und Erwartungen des Unternehmens entspricht.

Die Lieferantenbewertung kann verschiedene Kriterien umfassen, wie zum Beispiel:

  1. Qualität: Die Bewertung der Qualität beinhaltet die Überprüfung der Einhaltung von Qualitätsstandards, die Erfüllung von spezifischen Anforderungen und die Zuverlässigkeit der Produkte oder Dienstleistungen.
  2. Lieferzuverlässigkeit: Dieses Kriterium bezieht sich auf die pünktliche Lieferung von Waren oder Dienstleistungen gemäß den vereinbarten Terminen. Eine zuverlässige Lieferung ist wichtig, um die Produktionsabläufe oder den Kundenservice nicht zu beeinträchtigen.
  3. Preisgestaltung: Die Bewertung der Preisgestaltung beinhaltet die Überprüfung der Wettbewerbsfähigkeit der Preise im Vergleich zu anderen Lieferanten. Dabei sollten jedoch auch die Qualität und Zuverlässigkeit berücksichtigt werden.
  4. Kundenservice: Der Kundenservice umfasst die Kommunikation, den Support und die Reaktionsfähigkeit des Lieferanten bei Anfragen oder Problemen. Ein guter Kundenservice ist wichtig, um eine reibungslose Zusammenarbeit sicherzustellen.
  5. Nachhaltigkeit: In den letzten Jahren hat die Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung in der Lieferantenbewertung gewonnen. Unternehmen bewerten die ökologische und soziale Verantwortung ihrer Lieferanten, wie zum Beispiel deren Umweltauswirkungen, Arbeitsbedingungen oder ethische Standards.

Die Bewertung kann auf verschiedenen Methoden basieren, wie zum Beispiel Fragebögen, Audits, Lieferantenbesuche oder Leistungsindikatoren. Die Ergebnisse der Lieferantenbewertung werden oft zur Entscheidungsfindung genutzt, ob eine Zusammenarbeit mit einem Lieferanten fortgesetzt, optimiert oder beendet wird.

 

2. Welches Instrument kann zum Vergleich der Lieferantenqualität genutzt werden?

Die Lieferantenbewertung mittels Nutzwertanalyse macht dann Sinn, wenn verschiedene Lieferanten anhand verschiedener Kriterien verglichen und bewertet werden sollen. Eine Nutzwertanalyse ist eine Methode zur systematischen Bewertung und Gewichtung von Kriterien, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Sie kann verwendet werden, um die Leistung und Eignung von Lieferanten in Bezug auf bestimmte Anforderungen zu bewerten und zu vergleichen.

Die Nutzwertanalyse basiert auf der Annahme, dass jeder Lieferant eine bestimmte Leistung in Bezug auf verschiedene Kriterien erbringt. Die Kriterien können je nach Bedarf und Prioritäten des Unternehmens festgelegt werden. Typischerweise umfassen sie Aspekte wie Qualität, Preis, Lieferzeit, Zuverlässigkeit, technische Expertise, Kundenservice und Nachhaltigkeit. Durch die Anwendung der Nutzwertanalyse können die verschiedenen Kriterien gewichtet werden, um ihre relative Bedeutung zu berücksichtigen. Anschließend werden die einzelnen Lieferanten anhand dieser Kriterien bewertet und mit Punkten oder Bewertungen versehen. Die Bewertungen werden dann mit den Gewichtungen multipliziert, um einen Gesamtnutzwert für jeden Lieferanten zu ermitteln.

Die Nutzwertanalyse ermöglicht es Unternehmen, objektive Entscheidungen zu treffen und Lieferanten anhand ihrer Gesamtleistung zu vergleichen. Sie hilft dabei, subjektive Vorlieben und individuelle Meinungen zu minimieren und eine transparente Bewertungsbasis zu schaffen. Die Nutzwertanalyse ist besonders hilfreich, wenn es eine größere Anzahl von Lieferanten gibt und eine detaillierte, strukturierte Bewertung erforderlich ist, um die beste Wahl zu treffen.

 

3. Wie wird eine Nutzwertanalyse durchgeführt?

Die Durchführung einer Nutzwertanalyse für die Bewertung eines Lieferanten erfolgt in mehreren Schritten. Hier ist ein Beispiel, das den Prozess veranschaulicht:

Schritt 1: Festlegung der Bewertungskriterien Identifizieren Sie die relevanten Kriterien, die für die Bewertung des Lieferanten wichtig sind. Nehmen wir an, wir betrachten die Kriterien Qualität, Preis, Lieferzeit und Kundenservice.

Schritt 2: Gewichtung der Kriterien Bestimmen Sie die relative Bedeutung der einzelnen Kriterien, indem Sie ihnen Gewichtungen zuweisen. Nehmen wir an, Qualität hat eine Gewichtung von 40%, Preis 30%, Lieferzeit 20% und Kundenservice 10%.

Schritt 3: Bewertungsskala festlegen Legen Sie eine Skala fest, auf der die Bewertungen für jeden einzelnen Lieferanten gemacht werden. Dies kann beispielsweise eine Skala von 1 bis 5 sein, wobei 1 die schlechteste Bewertung und 5 die beste Bewertung ist.

Schritt 4: Bewertung der Lieferanten Bewerten Sie jeden Lieferanten anhand der einzelnen Kriterien auf der festgelegten Skala. Nehmen wir an, Lieferant A erhält eine Qualitätswertung von 4, eine Preiswertung von 3,5, eine Lieferzeitwertung von 4 und eine Kundenservicewertung von 3,5.

Schritt 5: Multiplikation mit Gewichtungen und Gesamtnutzwertberechnung Multiplizieren Sie die Bewertungen jedes Kriteriums mit den entsprechenden Gewichtungen und summieren Sie die Ergebnisse, um den Gesamtnutzwert für jeden Lieferanten zu berechnen. In unserem Beispiel ergibt sich für Lieferant A ein Gesamtnutzwert von:

(4 * 0,40) + (3,5 * 0,30) + (4 * 0,20) + (3,5 * 0,10) = 3,90

Schritt 6: Vergleich und Entscheidungsfindung Führen Sie den gleichen Bewertungsprozess für alle anderen Lieferanten durch und berechnen Sie ihre Gesamtnutzwerte. Vergleichen Sie die Gesamtnutzwerte der Lieferanten und treffen Sie basierend auf den Ergebnissen Ihre Entscheidung, welcher Lieferant die beste Wahl ist.

Durch die Durchführung der Nutzwertanalyse erhalten Sie eine quantitative Bewertung der Lieferanten, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung hilft. Der Lieferant mit dem höchsten Gesamtnutzwert kann als bevorzugter Lieferant ausgewählt werden. Es ist wichtig zu beachten, dass die Nutzwertanalyse nur eine Methode zur Bewertung ist und andere Faktoren wie Vertragsbedingungen, Unternehmensstrategie und Beziehung zum Lieferanten ebenfalls berücksichtigt werden sollten.

 

4. Was ist bei der Bewertung von Lieferanten zu beachten?

Bei der Bewertung von Lieferanten gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten. Gleichzeitig gibt es jedoch auch einige häufige Fehler, die bei der Bewertung von Lieferanten gemacht werden können. Hier sind einige Punkte, die sowohl beachtet als auch vermieden werden sollten:

Zu beachten:

  • Klare Bewertungskriterien: Definieren Sie klare Bewertungskriterien, die auf den spezifischen Anforderungen und Zielen Ihres Unternehmens basieren. Die Kriterien sollten messbar, objektiv und relevant sein.

  • Gewichtung der Kriterien: Weisen Sie den Bewertungskriterien angemessene Gewichtungen zu, um ihre relative Bedeutung widerzuspiegeln. Dies hilft dabei, eine ausgewogene Bewertung vorzunehmen und sicherzustellen, dass wichtige Aspekte angemessen berücksichtigt werden.

  • Daten- und Faktengrundlage: Stützen Sie Ihre Bewertung auf konkrete Daten und Fakten. Nutzen Sie Informationen aus verschiedenen Quellen wie Audits, Leistungsdaten, Kundenzufriedenheitsumfragen oder anderen validen Informationen.

  • Regelmäßige Aktualisierung: Überprüfen und aktualisieren Sie regelmäßig Ihre Bewertungen, um sicherzustellen, dass sie aktuell und relevant sind. Die Leistung eines Lieferanten kann sich im Laufe der Zeit verändern, daher ist es wichtig, die Bewertung regelmäßig zu überprüfen.

  • Kommunikation und Feedback: Teilen Sie Ihre Bewertungsergebnisse und Feedback mit den Lieferanten. Eine offene Kommunikation und ein konstruktiver Austausch können zur Verbesserung der Zusammenarbeit und zur Lösung von Problemen beitragen.

Häufige Fehler, die vermieden werden sollten:

  • Subjektivität: Vermeiden Sie subjektive Beurteilungen, die auf persönlichen Vorlieben oder Meinungen basieren. Bemühen Sie sich, objektive und messbare Kriterien zu verwenden.

  • Einseitige Betrachtung: Berücksichtigen Sie nicht nur den Preis, sondern auch andere wichtige Aspekte wie Qualität, Lieferzuverlässigkeit, Kundenservice und Nachhaltigkeit. Eine einseitige Betrachtung kann zu einer unvollständigen Bewertung führen.

  • Mangelnde Datenvalidität: Stellen Sie sicher, dass die verwendeten Daten valide und zuverlässig sind. Basieren Sie Ihre Bewertung nicht auf Vermutungen oder unzureichenden Informationen.

  • Mangelnde Einbindung relevanter Stakeholder: Holen Sie Feedback und Meinungen von verschiedenen Abteilungen und Stakeholdern ein, die mit dem Lieferanten interagieren. Dadurch erhalten Sie eine umfassendere Perspektive und vermeiden mögliche blinde Flecken.

  • Fehlende Flexibilität: Seien Sie flexibel und passen Sie Ihre Bewertungsmethodik gegebenenfalls an sich ändernde Bedürfnisse und Anforderungen an. Eine starr festgelegte Bewertungsmethode kann möglicherweise nicht immer die beste Wahl sein.

Indem Sie diese Punkte beachten und die häufigen Fehler vermeiden, können Sie eine fundierte und zuverlässige Bewertung Ihrer Lieferanten durchführen und die richtigen Entscheidungen treffen.

Kursübersicht

  • Pin It on Pinterest