Einkunftsarten

Es gibt drei Einkunftsarten zwischen denen unterschieden wird:
Einkünfte aus Gewerbebetrieb beziehen sich auf Einnahmen, die aus einer gewerblichen Tätigkeit wie dem Handel oder der Produktion resultieren. Einkünfte aus selbstständiger Arbeit beziehen sich auf Einnahmen, die durch eine freiberufliche Tätigkeit wie Ärzte, Rechtsanwälte oder Architekten erzielt werden. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft beziehen sich auf Einnahmen, die durch den Betrieb von landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Unternehmen entstehen, wie zum Beispiel den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder Holz.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Unterschied zwischen Gewinneinkunftsarten und Überschusseinkunftsarten?
  2. Welche Gewinneinkunftsarten gibt es?
  3. Welche Überschusseinkunftsarten gibt es?
  4. Was ist die Rechtsgrundlage für Gewinneinkünfte und Überschusseinkünfte?

1. Was ist der Unterschied zwischen Gewinneinkunftsarten und Überschusseinkunftsarten?

Gewinneinkunftsarten und Überschusseinkunftsarten sind zwei verschiedene Konzepte, die in der deutschen Steuergesetzgebung verwendet werden, um Einkünfte zu klassifizieren. Der Hauptunterschied zwischen ihnen liegt in der Art und Weise, wie der Gewinn oder Überschuss ermittelt wird.

Gewinneinkunftsarten beziehen sich auf Einkünfte, bei denen ein Gewinn erzielt wird, indem bestimmte Ausgaben von den Einnahmen abgezogen werden. Der Gewinn wird als Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben definiert. Typische Gewinneinkunftsarten sind Gewerbebetrieb, selbständige Arbeit, Land- und Forstwirtschaft sowie Kapitalvermögen. Bei diesen Einkunftsarten werden die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben erfasst, um den Gewinn zu ermitteln.

Überschusseinkunftsarten hingegen beziehen sich auf Einkünfte, bei denen der Überschuss über die Einnahmen und Werbungskosten (pauschale Kosten) ermittelt wird. Dies bedeutet, dass bestimmte Ausgaben pauschal berücksichtigt werden, ohne dass die tatsächlichen Kosten nachgewiesen werden müssen. Typische Überschusseinkunftsarten sind Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie Einkünfte aus Kapitalvermögen (z.B. Zinsen, Dividenden). Bei diesen Einkunftsarten werden die Einnahmen und Werbungskosten (pauschale Kosten) erfasst, um den Überschuss zu ermitteln.

 

2. Welche Gewinneinkunftsarten gibt es?

Es gibt drei Gewinneinkunftsarten:

  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb: Einkünfte aus Gewerbebetrieb umfassen die Einkünfte, die jemand aus einer gewerblichen Tätigkeit erzielt. Dabei handelt es sich um eine selbstständige, nachhaltige und mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübte Tätigkeit. Typische Beispiele für Gewerbebetriebe sind Handelsgeschäfte, Produktionsunternehmen, Dienstleistungsbetriebe und Gastronomiebetriebe. Die Einnahmen werden den betrieblichen Ausgaben gegenübergestellt, um den Gewinn zu ermitteln.

  • Einkünfte aus selbständiger Arbeit: Einkünfte aus selbständiger Arbeit beziehen sich auf Einkünfte, die eine Person aufgrund einer freiberuflichen Tätigkeit erzielt. Freiberufler sind beispielsweise Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten, Ingenieure, Künstler und Wissenschaftler. Der Gewinn wird ermittelt, indem die Einnahmen aus der selbständigen Tätigkeit den entsprechenden betrieblichen Ausgaben gegenübergestellt werden.

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft beziehen sich auf Einkünfte, die durch den Betrieb eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebs erzielt werden. Dies umfasst beispielsweise den Anbau von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die Tierhaltung, den Weinbau oder den Waldumbau. Die Einnahmen werden den betrieblichen Ausgaben gegenübergestellt, um den Gewinn zu ermitteln.

Bei allen drei Gewinneinkunftsarten werden die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben erfasst, um den Gewinn zu berechnen. Dies bedeutet, dass die steuerliche Veranlagung in der Regel auf Grundlage einer Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich (bei Gewerbebetrieb und Land- und Forstwirtschaft) oder Einnahmenüberschussrechnung (bei selbständiger Arbeit) erfolgt.

 

3. Welche Überschusseinkunftsarten gibt es?

In Deutschland gibt es verschiedene Überschusseinkunftsarten. Hier sind einige der gängigsten Überschusseinkunftsarten:

  • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit: Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit umfassen Einkünfte, die aus abhängiger Beschäftigung erzielt werden. Dies umfasst Gehälter, Löhne, Boni, Provisionen und ähnliche Vergütungen. Die Einkünfte werden in der Regel durch den Arbeitgeber direkt besteuert und die Werbungskosten werden pauschal berücksichtigt.

  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung: Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung beziehen sich auf Einkünfte, die durch die Vermietung oder Verpachtung von Immobilien (z.B. Wohnungen, Häuser, Gewerbeimmobilien, Grundstücke) erzielt werden. Die Einnahmen aus den Mieten und Pachten werden den Werbungskosten gegenübergestellt, um den Überschuss zu ermitteln.

  • Einkünfte aus Kapitalvermögen: Einkünfte aus Kapitalvermögen umfassen Einkünfte, die aus dem Besitz von Kapitalanlagen resultieren. Dazu gehören Zinserträge, Dividenden, Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren sowie sonstige Erträge aus Kapitalanlagen. Auch hier werden die Werbungskosten pauschal berücksichtigt.

  • Sonstige Einkünfte: Sonstige Einkünfte sind eine Sammelkategorie für Einkünfte, die keiner anderen Einkunftsart eindeutig zugeordnet werden können. Dazu gehören beispielsweise private Veräußerungsgeschäfte (Gewinne aus dem Verkauf von privaten Wirtschaftsgütern), Einkünfte aus wiederkehrenden Bezügen, Leibrenten, Lizenzeinnahmen, Tantiemen und ähnliche Einkünfte.

 

4. Was ist die Rechtsgrundlage für Gewinneinkünfte und Überschusseinkünfte?

Die Regelungen zu den Gewinneinkunftsarten und Überschusseinkunftsarten finden sich im deutschen Einkommensteuergesetz (EStG). Hier sind die relevanten Paragraphen:

  • Gewinneinkunftsarten: Die Gewinneinkunftsarten werden im Einkommensteuergesetz in den Paragraphen 13 bis 23 EStG behandelt. Diese Paragraphen umfassen spezifische Regelungen für Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG), Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 18 EStG) und Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG).

  • Überschusseinkunftsarten: Die Überschusseinkunftsarten sind im Einkommensteuergesetz in den Paragraphen 2 bis 12 EStG geregelt. Diese Paragraphen enthalten Regelungen für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§ 19 EStG), Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG), Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG) sowie sonstige Einkünfte (§§ 22 bis 23 EStG).

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