duale Berufsausbildung

Das duale Berufsausbildungssystem in Deutschland ist eine Kombination aus praktischer Ausbildung im Betrieb und theoretischem Unterricht in der Berufsschule. Der Auszubildende erhält während seiner Ausbildung eine Vergütung und erwirbt einen anerkannten Berufsabschluss. Es ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Bildungslandschaft und ermöglicht es vielen jungen Menschen, erfolgreich in das Berufsleben zu starten.

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mögliche Prüfungsfragen

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die duale Berufsausbildung?
  2. Wie läuft die Abschlussprüfung ab?
  3. Wie lang ist die Ausbildungsdauer?
  4. Wer darf sich für eine Ausbildung bewerben?
  5. Welche Bezeichnungen werden im Rahmen der Ausbildung verwendet?
  6. Was sind die Mindestinhalte der Ausbildungsordnung?
  7. Was sind die Rechte und Pflichten des ausbildenden Betriebs?

1. Was ist die duale Berufsausbildung?

Das deutsche System der dualen Berufsausbildung ist eine Form der Berufsbildung, die auf einer Kombination von theoretischem Unterricht in einer Berufsschule und praktischer Ausbildung in einem Unternehmen basiert. Es ist ein bewährtes Modell, das seit vielen Jahren erfolgreich angewendet wird und von vielen Ländern als Vorbild für ihre eigenen Berufsbildungssysteme genommen wird.

In diesem System schließen die Auszubildenden einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen ab, in dem sie praktische Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben. Gleichzeitig besuchen sie regelmäßig eine Berufsschule, um das theoretische Wissen zu erlernen, das für den Beruf erforderlich ist. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel zwischen zwei und dreieinhalb Jahren.

Während der Ausbildung erhalten die Auszubildenden eine Vergütung vom Unternehmen, die je nach Branche und Ausbildungsberuf variiert. Am Ende der Ausbildung müssen sie eine Abschlussprüfung bestehen, um ihre Fähigkeiten und Kenntnisse nachzuweisen. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung können sie in der Regel eine Festanstellung im Unternehmen erhalten oder sich auf dem Arbeitsmarkt bewerben.

Das duale Berufsausbildungssystem in Deutschland hat viele Vorteile, wie zum Beispiel eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis, eine hohe Qualität der Ausbildung, eine geringe Arbeitslosigkeit bei Fachkräften und eine hohe Akzeptanz bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

 

2. Wie läuft die Abschlussprüfung ab?

Die Auszubildenden lernen ihr theoretisches Wissen in der Berufsschule, die in der Regel einmal pro Woche besucht wird. Die Berufsschule ergänzt die praktische Ausbildung im Betrieb durch einen Unterricht, der auf die Anforderungen des Berufsbilds abgestimmt ist.

Die Abschlussprüfung findet am Ende der Ausbildung statt und wird von einer zuständigen Kammer oder Innung abgenommen. Dabei müssen die Auszubildenden ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in einem praktischen und einem theoretischen Teil unter Beweis stellen.

Der praktische Teil der Prüfung findet im Ausbildungsbetrieb statt, während der theoretische Teil in der Regel in der Berufsschule absolviert wird. Die genaue Organisation der Prüfung kann je nach Berufsbild und Region variieren, aber in der Regel müssen die Auszubildenden eine schriftliche Prüfung ablegen, die aus Multiple-Choice-Fragen und offenen Fragen besteht, sowie eine praktische Prüfung durchführen, in der sie eine konkrete Aufgabe unter realen Bedingungen lösen müssen.

Die Abschlussprüfung ist ein wichtiger Meilenstein in der dualen Berufsausbildung und dient als Nachweis der erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse. Bei erfolgreichem Bestehen erhalten die Auszubildenden ein Zeugnis und eine Bescheinigung über die erfolgreiche Ausbildung.

 

3. Wie lang ist die Ausbildungsdauer?

Die Ausbildungsdauer im dualen Berufsausbildungssystem in Deutschland beträgt in der Regel zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Die genaue Dauer hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel vom Berufsbild und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet.

Hier sind einige Beispiele für Berufe und ihre Ausbildungsdauer:

  • Industriemechaniker/in: 3,5 Jahre
  • Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement: 3 Jahre
  • Medizinische/r Fachangestellte/r: 3 Jahre
  • Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik: 3,5 Jahre
  • Friseur/in: 3 Jahre
  • Koch/Köchin: 3 Jahre
  • Einzelhandelskaufmann/-frau: 3 Jahre
  • Fachinformatiker/in: 3 Jahre
  • Zimmerer/Zimmerin: 3 Jahre
  • Mechatroniker/in: 3,5 Jahre

Es gibt viele weitere Ausbildungsberufe, die im dualen System angeboten werden, und die Ausbildungsdauer kann je nach Berufsbild und Branche unterschiedlich sein.

 

4. Wer darf sich für eine Ausbildung bewerben?

Grundsätzlich darf sich jeder, der die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, zu einer Ausbildung im dualen System anmelden. Die Voraussetzungen können je nach Berufsbild und Branche variieren und sind in der Regel im Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO) geregelt.

In der Regel werden folgende Voraussetzungen erwartet:

  • Erfüllung der Vollzeitschulpflicht: In der Regel müssen Bewerberinnen und Bewerber mindestens 9 Jahre die Schule besucht haben.
  • Schulabschluss: Die meisten Ausbildungsberufe setzen einen bestimmten Schulabschluss voraus, wie zum Beispiel einen Hauptschulabschluss, einen Realschulabschluss oder das Abitur. Es gibt jedoch auch Ausbildungen, die ohne Schulabschluss möglich sind.
  • Eignung: Die Bewerberinnen und Bewerber müssen geeignet sein, den Beruf auszuüben. Das kann zum Beispiel körperliche Fitness oder bestimmte Fähigkeiten wie handwerkliches Geschick oder gute Mathematikkenntnisse betreffen.
  • Ausbildungsplatz: Eine Anmeldung zur Ausbildung im dualen System setzt voraus, dass ein Ausbildungsplatz bei einem Unternehmen gefunden wird.

Es gibt auch besondere Regelungen für bestimmte Gruppen von Menschen, wie zum Beispiel für Menschen mit Behinderung oder für Geflüchtete. In diesen Fällen können die Voraussetzungen für eine Ausbildung im dualen System individuell angepasst werden.

 

5. Welche Bezeichnungen werden im Rahmen der Ausbildung verwendet?

Für die Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule werden verschiedene Begriffe verwendet, anhand derer sich beide Bereiche der Ausbildung voneinander abgrenzen lassen.

Betrieb:

  • Ausbilder: Eine Person im Betrieb, die für die fachliche Anleitung und Ausbildung des Lehrlings zuständig ist.
  • Lehrling: Eine Person, die eine duale Ausbildung im Betrieb absolviert und dadurch praktische Erfahrung und Fertigkeiten im Beruf erwirbt.
  • Ausbildungsverordnung: Eine gesetzliche Grundlage, die die Inhalte und den Ablauf der Ausbildung im Betrieb regelt und die Anforderungen an die Ausbildungsbetriebe festlegt.

Berufsschule:

  • Berufsschullehrer: Eine Person, die in der Berufsschule den theoretischen Unterricht für die Auszubildenden gestaltet und durchführt.
  • Berufsschüler: Eine Person, die in der Berufsschule den theoretischen Teil ihrer dualen Ausbildung absolviert und damit ihr Wissen vertieft und erweitert.
  • Rahmenlehrplan: Eine gesetzliche Grundlage, die die Lehrinhalte und das Lehrziel für den theoretischen Unterricht in der Berufsschule festlegt und auf die Anforderungen des jeweiligen Berufsbilds abstimmt.

 

6. Was sind die Mindestinhalte der Ausbildungsordnung?

Die Mindestinhalte der Ausbildungsordnung nach §5 Absatz 1 BBiG umfassen:

  • Bezeichnung des Ausbildungsberufs und die Ausbildungsdauer
  • Ausbildungsberufsbild, d.h. die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die der Auszubildende erwerben muss
  • Ausbildungsplan, d.h. die Aufstellung der Ausbildungsinhalte, die im Betrieb und in der Berufsschule vermittelt werden sollen
  • Zeitliche Gliederung der Ausbildung, d.h. eine Aufstellung der Ausbildungsabschnitte mit Angabe der Dauer und des Inhalts
  • Ziel der Ausbildung, d.h. die Berufsbildungsvoraussetzungen und -anforderungen
  • Prüfungsanforderungen, d.h. eine Beschreibung der Anforderungen für die Zwischen- und Abschlussprüfungen
  • Berufliche Perspektiven nach der Ausbildung

Diese Mindestinhalte der Ausbildungsordnung sollen sicherstellen, dass die Ausbildung einheitlich und praxisnah erfolgt und dass die Auszubildenden am Ende ihrer Ausbildung über die notwendigen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten für die Ausübung ihres Berufs verfügen.

 

7. Was sind die Rechte und Pflichten des ausbildenden Betriebs?

Die Rechte und Pflichten des Ausbildungsbetriebs als Ausbilder ergeben sich aus dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Ausbildungsordnung. Zu den wichtigsten Rechten und Pflichten gehören:

Rechte des Ausbildungsbetriebs:

  • Auswahl der Auszubildenden nach den eigenen Anforderungen und Kriterien
  • Anleitung und Überwachung der Auszubildenden
  • Weisungsrecht gegenüber den Auszubildenden
  • Kündigung des Ausbildungsverhältnisses aus wichtigem Grund

Pflichten des Ausbildungsbetriebs:

  • Bereitstellung einer qualifizierten Ausbildung und Vermittlung aller Ausbildungsinhalte laut Ausbildungsordnung
  • Gewährleistung eines sicheren Arbeitsplatzes und Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen
  • Zahlung einer angemessenen Vergütung
  • Anmeldung der Auszubildenden bei der zuständigen Kammer
  • Stellung eines Ausbildungsplans
  • Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere des BBiG

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Ausbildungsbetrieb als Ausbilder eine große Verantwortung trägt und sicherstellen muss, dass die Auszubildenden eine qualifizierte und umfassende Ausbildung erhalten. Der Ausbildungsbetrieb hat aber auch Rechte, wie das Weisungsrecht gegenüber den Auszubildenden und die Kündigungsmöglichkeit aus wichtigem Grund. Die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und die Vermittlung aller Ausbildungsinhalte sind zentrale Pflichten des Ausbildungsbetriebs.

Kursübersicht

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